Meer-Berg

Geschichte und Politk


Ångermanland ist kein län, sondern ein landskap.
Es gehört größtenteils zu Västernorrlands län, kleine Bereiche zu Väster-bottens län und Jämtlands län.

Ångermanland hat 130.900 Einwohner. Das sind 6,6 Einwohnern pro km² und 1,3 % der schwedischen Bevölkerung. Es steht an Platz 4 der am dünnsten besiedelten Gebiete Schwedens (hinter Lappland, Härjedalen und Jämtland).

Die Residenzstadt ist → Härnösand. Außerdem gehören die Kommunen → Örnsköldsvik, → Sollefteå, → Kramfors und → Nordmaling zu Ångerman-land, sowie die Kommunen → Bjurholm und → Strömsund zum Teil.

Ångermannaland, das “Land der Buchtmänner oder Fördemänner”.
Denn weit zurück in der Zeit, war der Ångermanälv eine Meeresbucht, die bis → Näsåker reichte, heute gut 100 km landeinwärts.

Hier ließen sich in der Jungsteinzeit die ersten Menschen nieder. Die weitere Besiedlung folgte dem Flusslauf.

Lange Zeit war Ångermanland der nördlichste Teil des neu gebildeten Reiches Schweden. Am Ende des 12. Jh. wurde es erstmalig als Angaria erwähnt, im 14. Jh. als Angermannia.Christianisiert wurde es vermutlich erst im 12. Jh. Das vermutet man, weil es hier keine Runensteine gibt, und die wurden hauptsächlich im 11. Jh.
von Christen aufgestellt.

Im 17. Jh. wurden die zahlreichen Fischerdörfer an der Küste und auf einigen Inseln bis hinauf nach Långron, zwischen → Husum und → Nordmaling, gegründet.
Aber nicht durch die hiesigen Fischer, sondern durch die Berufsfischer aus Gävle, denen die Fischereihoheit übertragen worden war und die so den Einheimischen die Lebensgrundlage streitig machten.

Die Industrialisierung im 19. Jh. unter Nutzung der reichlich vorhandenen Wasserkraft und die Schiffbarkeit des Ångermanälv bis → Nyland brachten einen bescheidenen Wohlstand. Hinzu kam der große Waldreichtum, der über das Flusssystem bis an die Küste geflößt werden konnte. 330 km um-fasste das System der Flößerwege am Ångermanälv und seinen Nebenflüssen.

Mit der Weltwirtschaftskriese 1930 kam es auch in den Fabriken → Ådalens zu Konflikten. Am 14. Mai 1931 beschloss man einen allgemeinen Streik aller Sägewerke und Papierfabriken und zog in einem Demonstrationszug von → Frånö nach → Lunde. Hier wartete das aus → Sollefteå angeforderte Militär und erschoss fünf Arbeiter. Dieser Vorfall, der als „Schüsse von Ådalen“, bzw. „Ådalen 1931“ in die Geschichte einging, spielte eine wesentliche Rolle für die Entwicklung der schwedischen Gesellschaft im 20. Jh..