
Kommune Örnsköldsvik
35.000 Einwohner
Ich sehe, dass dir jetzt der Sinn nach der größten Stadt Ångermanlands steht. Sie liegt auch sehr schön am Bottenmeer.
Bei gutem Sommerwetter solltest du entlang des Kleinboothafens (Innre hamnen) und durch die Parks schlendern, im Winter die Wintersportmöglichkeiten nutzen. Das Alternativprogramm bei schlechtem Wetter lautet Museen, Spaßbad, Einkaufsgalerien. Der Ausichtsberg Varvsbergeg lohnt zu jeder Jahreszeit.
Das Areal der Kommune Örnsköldsvik ist 6.800 qkm groß, mehr als doppelt so groß wie ganz Gotland.
Örnsköldsvik ist auch der nördliche Beginn der Höga Kusten, 20 Naturschutzgebiete gehören zur Kommune, dazu 12 Grünanlagen innerhalb des Stadtgebietes.
Sie ist Universitätsstadt, Heimat Schwedens erfolgreichster Eishockeymannschaft „MoDo“, Austragungsort nationaler und internationaler Skisprungmeisterschaften und der ersten paralympischen Winterspiele 1976.
Bereits vor 7.000 – 8.000 Jahren war das Stadtgebiet besiedelt, wie archäologische Funde belegen. Die neuzeitliche Gründung erfolgte 1842 als Flecken.
Stadtrechte bekam Örnsköldsvik 1894.
Den Namen erhielt die Stadt nicht vom Adler (örn), auch wenn sie ihn im Wappen führt, sondern vom Landeshauptmann Per Abraham Örnsköld (1762 – 1769) und ist damit eine der wenigen Städte in Schweden, die ihren Namen von einer nicht königlichen Person erhielten.
Lass uns einen Stadtrundgang machen:
In der Innenstadt kannst du etliche Gebäude aus der Zeit der vorletzten Jahrhundert-
wende sehen. Zollhaus, Eltwerk, Gerichtshaus (Tingshus), Lazarett und das als Groß-
händlerhaus 1889 gebaute Haus in der Storgatan 18.
Möchtest du noch andere besondere Gebäude sehen? Bitte schön:
das frühbarocke Rathaus von 1908 – 1909 (Rådhusgatan), das Bankhaus am Marktplatz (Stora Torget) im Stil der venezianischen Gotik von 1899 und das Stadthotel (Hotellgatan/Lasarettsgatan), das 1890 zunächst nur eingeschossig erbaut und erst 1911 – 1913 in seiner jetzigen Form fertig gestellt wurde.
In den Straßen Rådhusgatan 8 (Forsmannskagården) und Höglandsgatan 4 (Pfarrhaus) stehen zwei historisch wertvolle Bauerngebäude, die früher am äußeren Stadtrand lagen.
Das Pfarrhaus vom Beginn des 19. Jh. ist nach einem Brand originalgetreu wieder auf-
gebaut. Aus derselben Zeit stammt die mächtige Eiche westlich des Hauses.


Ins Auge gefallen sind dir bestimmt auch die Sprungschanze, die am Kreisel „Centralrondellen“ endet, und das 2013 fertiggestellte Wohnhaus „Ting 1“, das auf einem Betonturm im Innenhof des tingshuset (Gerichtsgebäude) steht, mit diesem aber nicht verbunden ist. Im Volksmund wird es „Legohaus“ genannt.
Wenn du den Innre Hamnen (Kleinboothafen) umrundest, kommst du zum alten Bahnhofsgebäude.
Es wurde 1892 aus Stein erbaut. Der Stil ist ein Gemisch aus Neurenaissance und Neugotik. Mit seiner asymmetrischen Front galt es als Ausdruck moderner Architektur. Seine Lage direkt am Hafen erleichtere ein Umladen zwischen Schiff und Bahn.
Es sind nur noch wenige Bahnhöfe mit direkt angebauter Bahnsteigüberdachung in Schweden erhalten. Hier steht auchnoch einer der beiden seitlichen Pavillons an seinem ursprünglichen Platz. In der Eingangshalle und dem Wartesaal sind noch die Originaleinrichtungen vorhanden.
Der gesamte Bahnhof mit Lokschuppen, Magazin, Wirtschaftsgebäuden und der Wasserversorgung der Dampfloks steht unter Denkmalschutz. Leider ist er nicht zugänglich.

Hafenkräne
Ein weiteres Baudenkmal sind die beiden großen Hafenkräne, die du bestimmt bereits aus der Lasarettsgatan oder vom Inre Hamnen aus gesehen hast.
Der grüne Kran wurde 1952 in Betrieb genommen, der blaue 1963. Beide wurden in Örnsköldsvik gebaut.
Sie sind 122 t, bzw. 150 t schwer und können jeweils bis zu 6 t heben. Ihre Durchfahrtshöhe beträgt 32 m und die
-breite 10,25 m.
In ganz entgegengesetzter Richtung, etwas oberhalb des Zentrums, steht die Kirche. Sie ist relativ jung.
Erst 1907 wurde Örnsköldsvik eine eigene Gemeinde, bis dahin gehörte bis dahin zu Själevad. 1910 erbaute man dann eine eigene Kirche.
Über dem Eingang befindet sich ein Steinrelief, das Christus zeigt, umgeben von den Symbolen der Evangelisten: Löwe, Engel, Adler und Ochse.
Von 1953 – 1955 wurde die Kirche umfassend renoviert und aus dieser Zeit stammt auch die Innenausstattung. Das Chorgemälde wurde von Sigurd Möller in Seccotechnik ausgeführt. Die Kanzel wurde aus Ekebergsmarmor gehauen, das Taufbecken aus Granit. Darüber hängt ein Votivschiff. In der Undrens Kapelle befindet sich eine Fensterserie aus sechs Medaillons, die „Jesu Wunderwerk“ darstellen.
Ich erwähnte ja bereits Museen, hier mehr dazu:
Museum und Kunsthalle
Es bietet dir lokale Historie, hierzu auch einen Filmraum, und Wechselausstellungen von bedeutenden nationalen und internationalen Künstlern der Weltklasse. Ein Blick in das aktuelle Programm kann ich dir nur empfehlen.
Das Gebäude wurde 1905 im Jugendstil als Schule erbaut. 1950 zog die Schule aus und 1977 – 1978 erfolgte der Umbau zum Museum, das 1979 eröffnete. 2005 kam die Kunsthalle dazu. Angeschlossen ist → „Bror Marklunds Verkstad“
Bror Marklunds Werkstatt
Nach dem Tod des Künstlers 1977 erhielt das → Museum Örnsköldsvik von der Gemeinde Funäsdalen seine Werkstatt als Geschenk und so wurde sie im Original hierher überführt.
Hans-Hedberg-Museum
Es befindet sich in einem Lichthof des Arken-Gebäudes in der Lasarettsgatan. Der weltbekannte Keramikkünstler hat hier einige seiner Riesenfrüchte ausgestellt.
Gene Altertumsdorf
Wenn du dir den ältesten Bauernhof Schwedens ansehen möchtest, dann fahr in den Ortsteil Gene. Der Hof ist circa 2.000 Jahre alt und komplett wieder aufgebaut. Du siehst hier unter anderem ein 40 m langes dreischiffiges Langhaus, Schmiede, Bronzegießerei und Webgrube.
Im 17. und 18. Jh. kamen die Bauern dieser Gegend durch ihr Wissen um Anbau und Verarbeitung von Leinen zu einem gewissen Wohlstand. Sie wurden zu Handelsbauern und verkauften ihre feinen Webereien bis Stockholm. Ihre Geschichte wird hier in Gene anschaulich dargestellt.
Auf dem Gelände befinden sich außerdem 13 Hügelgräber aus der römischen Eisenzeit. Es ist das nördlichste Gräberfeld des Landes dieser Art.
Das Gelände ist vom 05. Juli bis 10. August bewohnt und täglich außer montags geöffnet.
Während du von einem Gebäude zum anderen Museum gehst, kommst du auch durch viele kleine Parks und Gärten. Fangen wir am Hafen an:
Arken
Zwischen dem Gebäude „Arken“ und dem Gästehafen siehst du eine große, nach Südwesten gehende Freitreppe, die gerne als Treffpunkt von Sonnenhungrigen genutzt wird. Neben der Treppe gibt es eine kleine warme Oase, hier wachsen Pirsich, Feige, Walnuss und Wein. Gleich um die Ecke kannst du durch eine Lindenarkade zum → Stadtgarten spazieren.
Stadtgarten
Er liegt zwischen Storgatan und Lasarettsgatan und wurde in den 1890er Jahren im deutschen Stil angelegt, mit Wasserbassins und der Skulptur „Pharaos Tochter“. Das ist allerdings eine Kopie aus Bronze. Das Original von Arthur Sandin aus weißem Marmor befindet sich heute im Museum.
Örnpark
Er beginnt am Marktplatz (Stora Torget) und zieht sich mit dem → Museumspark als Verlängerung bis just zum Museum. Er wurde Ende des 19. Jh. als Barockgarten angelegt. Da Schweden zur Zeit des Barock sehr arm war, erlangten Gärten erst spät eine Bedeutung als Statussymbol. In der Mitte einer Fontäne steht die 1916 von Bruno Liljefors ge-
schaffene Skulptur eines Seeadlers. Im Örnpark findest du die üppigsten Blumenrabatten der Stadt.

Museumspark
Vom → Örnpark weiter Richtung Museum flanierst du durch einen dreigeteilten Park. Zunächst triffst du auf den größten Spielplatz der Stadt. Er ist zusätzlich mit Bänken, Tischen und Toiletten ausgestattet. Die Äpfel, Kirschen und Johannisbeeren, die hier wachsen, dürfen gepflügt und vernascht werden.
Der zweite Teil des Parks ist den Rosen vorbehalten und ganz in Rosa und Weiß gehalten, eingerahmt von in Form geschnittenen Hecken. In der Mitte steht Jörgen Nilssons Skulptur „Darwins Tagebuch“.
Der letzte Teil des Parks ist offener bepflanzt mit Nadelgehölzen, japanischen Gewächsen und Stauden.
Lungviksparken und Strandparken
Beide sind Grünanlage zur stadtnahen Erholung mit einem Angebot an Freizeitaktivitäten. Beide sind keine historischen Gärten.
Vasalunden
An einem Abhang am Paradiesbad liegt Örnsköldsviks wärmster Ort. Hier wachsen verschiedene Weinreben, Kirschen, Kastanien, Walnussbäume und Edelgehölze. Außerdem blühen an diesem geschützen Ort u. a. Trompetenbaum, Magnolien und Herzkirschen.
Rathauspark
Nördlich der Centralesplanaden geht es zum Rathauspark. Er war zunächst als reiner Barockgarten angelegt. Der obere Teil ist auch nach wie vor barock, mit historischen Rosen und Formhecken. Hier steht auch die Installation „Labyrinth des Lebens“ von Pye Engströms.
Der untere Gartenteil wurde Richtung Jugendstil umgestaltet. In diesem Teil steht die Skulptur „Vergoldeter Flügel“.
Smedjebacken und Oskarsparken
Überquerst du vom Rathauspark aus die Höglandsgatan gelangst du in die mit Wiesen und Bäumen durchsetzte historische Grünanlage Smedjebacken, die Carl Linné bei seiner Lapplandreise 1932 durchquerte. Jenseits der E 4 schließt sich der Oskarspark an, eine große von Bäumen eingerahmte Wiese mit Grillplatz und Picknickhütte.
Bonn-Olles Treppe
In nördlicher Verlängerung der Lasarettsgatan beginnt dieser kleine steile Park, der sich bis zur → Kirche hinzieht. Durch seine südliche Hanglage wachsen hier Rotdorn, Vogelkirschen und Zierkirschen und die Frühlingsblumen blühen sehr zeitig. Vom oberen Ende der Treppe hast du auch noch einen herrlichen Blick auf die Stadt.
Ådalsparken
Diese Grünanlage mit Wiese, Bäumen und Blühgehölzen gegenüber der Sprungschanze und nordöstlich der E 4 ist als Biotop angelegt. Durch die beiden Teiche wird das Regenwasser des Abhangs aufgenommen und der Abfluss Richtung Meer verlangsamt, gleichzeitig werden dadurch Überschwemmungen vermieden.
Kultur
– Unterhaltungsprogramm im Gästehafen (Inrehamn) im Sommer
– Sagavägen Cruising, ein Oldtimertreffen mit Rockabilly und verschiedenen weiteren Arrangements Anfang Juli
– Surströmmingsfest auf dem Marktplatz (Stora Torget) am 17. August
Sonstiges
– Vom Varvsberg hat man eine wunderbare Aussicht über die ganze Stadt und über Veckefjärden.
Hinauf führen eine Autostraße und Wanderwege.
– Hier beginnt der “Sagaväg“, eine 655 km lange Straße, die vom Bottenmeer durch Südlappland und Helgeland zur Vegakust am norwegischen
Atlantik führt. Drei schwedische und 10 norwegische Städte bieten Attraktionen und Sehenswürdigkeiten, die mit Sagen in Beziehung stehen,
darunter ein Märchenpfad. Die Straße ist ganzjährig zu befahren.
– Turistbyrå: Lasarettsgatan 5 (Arken), 891 33 Örnsköldsvik, Tel.: 00 46-6 60-8 81 00, mail: turismus@ornskoldsvik.se
Sport
– Beachvolleyball
– Bowling
– Curling
– Discgolf
– Downhill (9 Abfahrten)
– Golf
– Hallenbad Paradiset mit Spa, Sauna, Spaßbad, 181 m langer und 15 m hoher Rutschbahn
– Hochseilgarten
– Kartbahn
– Paintball
– Riesenbillard
– Schneeschuhwandern
– Seekajak
– Skatebord
– Skispringen
– Sportboothafen
– Tauchen
– Tennisbazooka
– Zorbing